LYRIK

"Den Worten eine Sprache zu geben, Momente mit jenen Worten einzufangen, Eindrücke wortvolll auszudrücken - darin liegt die Schönheit des Schreibens, die Anmut der Lyrik."
Dominique Dethier

Musik – Eine Seele ohne Grenzen

 

Die Musik,
so erhaben, und doch so zerbrechlich
in ihrer klingenden Emotionenschattierung
durch alle Nuancen.
Erliegt ihr die Seele in
hörendem Suchen,

das Herz im Finden allein.
Umspannt sie die Menschen

nicht fragend nach Herkunft,

Religion und Kultur,

verbindet die Elemente in Klangfülle nur.

Offenbart dem Künstler ein Quell

tiefgründigen Entdeckens,

die Leere füllend, die manch' irdisch Treiben schafft.

Täglich die Neugier zu erwecken

für eine Sprache,
weit über die endlichen Worte hinaus.

Die Musik allein, nur diese Macht hat. 

© Dominique Dethier

Im Weltendasein

 

Von mir zu Dir,

vom Hier ins Jetzt,

von der Erde zum Mond,

ein jeder Weg sich lohnt –

denn in jedem Atemzug 

die Liebe allein darin wohnt.

© Dominique Dethier

13. November – noir 

 

Sprachlos,

wieder einmal
einer schwarzen Wand entgegen stehend – 

schwarze Mosaike aus 

Trauer, Leid, Schmerz, Ohnmacht, Wut

und dennoch nicht ohne Willen.

Dem Willen, vereint als Volk aus
Völkern, Kulturen und Religionen aufzustehen, 

sich zu erheben aus dem Schwarz –

stärker, größer, unnachlässiger als je zuvor.  

Die Stimme zu erheben, 

in gleichem Puls,

in einem Atem, 

in geeintem Wort für die Freiheit, 

für die Menschheit,
für die Würde des Lebens,
für den Frieden –  

für das lebendige Sein.

Ungeschwächt und unbeeindruckt von Taten,
dem Hass über das Leben entsprungen. 

Geeint in dem Wissen, 

dass die Freiheit 

über die Unterdrückung siegt. 

Ein gemeinsames Licht vereinter Herzen,
dass das Schwarz in
leuchtende, unauslöschbare Helligkeit umkehrt. 

© Dominique Dethier

Liebe – im Kreis der Gezeiten

 

Wie die Nacht den Tag umarmt,

die Sonne hell die Erde rahmt,

wie der Tag den Morgen begrüßt,

und Du bei Nacht Deine Augen schließt.

 

Wie der Klang sich um die Stille legt,

Dein Wesen tief mein Herz bewegt,

wie die Vögel hoch am Himmel ziehn’,

und die Lotusblumen nur im Licht des Mondes erblühn’. 

 

Wie der Wind der über die Meere fliegt,

die Liebe, die über alle Mauern siegt,

wie der Horizont der die Weite küsst,

ein Herz zu Herz verknotetes Band durch alle Gezeiten hindurch

einander nie vergisst.

© Dominique Dethier

Himmelszauber

 

Sonnenrot verschwimmend

In blaue Nacht,

Langsame Kreise ziehen,

Bis der Mond

Am Himmel wacht.

 

Die Winde hauchen

Durch dein Haar,

Kristallene Sterne funkeln,

Leuchten klar.

 

Siehst du

Den goldenen Schweif fliegen,

Am diamantenen Zelt -

Wunscherfüllt,

Eine ganze Welt.

© Dominique Dethier

Getaucht in Grau

 

Graue Schleier legen sich nieder,

verblasst der Sonne leuchtender Schein,

fern verklingen frohgemute Lieder,

Leere herrscht verstummt allein.

Flackert winzig noch eine Flamme der Freude,

doch luftlos ist ihr der Atem geraubt,

was ist morgen, was ist heute,

freudig Gedachtes verwandelt in Staub. 

Lacht der Tag mit schiefen Grimassen,

ob der Gedanken faden Spiel,

sind wie der Windzug nicht zu fassen
- hinterlassen -
wehen zu unbekanntem Ziel. 

© Dominique Dethier

Lichtspiel

 

Licht bricht

sich in tausend Farben

spektral

von Gelb wie die Sonne

bis Silber wie Stahl.

Licht spielt 

in coloriertem Kreise

vielgefächert

schreiend bunt 

und doch so leise.

Licht erhellt 

mit einem Strahl

nuanciert

jedes Dunkel

flüsternder Lichtblick 

und ist er noch 

so schmal.

© Dominique Dethier

Leise Herbststimmung

 

Sacht legt sich der Herbst nun übers Land,

reicht Sommer und Winter seine verbindende Hand.

Legt Nebelschwaden übers Feld,

lässt verschwimmen, flüsternd das Antlitz der Welt.

Webt seine Kreise um die Natur,

leise wandelnd in schimmernd farbschattierter Spur.

© Dominique Dethier

Getroffen

 

Kalt, leer

Erstarrt

Zersplittert in Millionen Scherben

Scharfkantig

Herzblutend

Rinnt dahin

Hinterlässt - +

Ein Nichts

Aufgehört zu tränen

Verdunkelt

Sichtloses gesprungenes Leben

Trostlos, tot.

© Dominique Dethier

Weil Du Du bist

 

Ich liebe Dich mehr,

als ich es Dir sagen kann.

Ich liebe Dich ohne Zeit

und ohne wann.

Ich liebe Dich durch 

das Universum hindurch.

Ich liebe Dich ganz und gar

und ohne Furcht. 

Ich liebe Dich größer 

als die Erde es ist,

ich liebe Dich um Dich,

weil Du Du bist.

© Dominique Dethier

Himmelsmacht

 

Sternenstaub flimmert durch die Kühle der Nacht,

glänzende Klarheit, Traumstille umgibt die Welt,

manch Aug in die Tiefen des Weltalls schaut,

gedankenvollkommene Sphäre mild erwacht.

Der Mond lächelnd manche Geschichte erzählt,

nur einige Menschen er zum hören dieser erwählt,

besondere Fülle den Himmelsraum  durchdringt,

tragende Stille und doch ein jeder einzeln Stern

hell sein Lied silbertönend singt.

Hörst Du mit dem Herz vernimmst Du zarten Klang,

umgibt Dich sanfter Sternengesang,

erzählt Dir der Mond sein himmlisch Gedicht,

zaubert ein Lächeln auf Dein Gesicht.

Fühlst Du Dich losgelöst von Zeit und Raum,

und greifbar wird ein jeder Traum,

halte sie fest diese Momente in Deinem Sein,

sie tragen Dich magisch anmutend rein,

verliere sie nie aus Deinem Blick,

in ihrer Erfüllung liegt sternglänzendes Glück.

© Dominique Dethier

11. September

 

Verzweifelte Sprünge,

Angsterfüllte Schreie verhallen,

Dröhnende Sirenen,

Verschwimmend mit Menschenlaute,

Durch die Straßen schallen.

Strahlend blauer Himmel

Konkurriert mit tiefer Schwärze -

Ein Gemisch aus Asche, Schutt

Und toten Leibern - fassungslos -

Stellt sich dar, wie ein Filmszenario bloß.

Doch nein - er fällt,

stürzt in tiefe Leere,

Rollt sich durch die Stadt,

Erfasst jeden in seinem

Erstickenden Sog.

Der Zweite bricht ein,

Wird auch zum Grab

Unzähliger Seelen - 

Fragen des Warum -

Sie quälen -

Antworten darauf -

Auf ewig werden fehlen.

© Dominique Dethier

Mein Herz es blutet rot

 

Unruhe durchzieht mich

Nacht schneidet Tag

Gedankentürme quälen

tief pocht des Herzens jeder Schlag.

In meinem Kopf kreist es

unaufhörlich stumm

will mich drehen 

aber stehe

laufen meine Gedanken nur um Dich herum.

Abend drohend aufzieht

die Nacht steht in meinem Genick

tränengefüllt meine Augen

wenn ich denke an Deinen liebevoll warmen Blick.

In meiner Brust zieht es

mein Herz es blutet rot

still schweigen tausend Fragen

fühle mich wie tot. 

© Dominique Dethier

Frühlingsschönheit

 

In Frühlings Krone Kelch

Die Liebe sachte blüht,

in reinem Herze tief

ein Feuer stetig glüht.

Im Reigen blauen Windes,

im Sonnenmantel fein,

sich schlängelnd Bande windet

der Blütenfarbe rein.

In frischer Morgenkühle

Die Amsel klingend tönt,

des Taues Tropfen Perlen

von Natures Schönheit verwöhnt.

© Dominique Dethier

Aufsteigender Morgen am Steg

 

Des sanften Morgens Düfte liegen süßlich in der Luft,

der Nachtes stille Schwingen noch schicken einen Gruß.

Empor steigt auf die Sonne den neuen Tag froh bedacht,

des Himmels blaues Kleide

die Erde strahlend anlacht.

Ziehen bunte Vögel in Freimut ihren Weg,

sanft wiegt sich des Meerarmes Wasser

vorbei am hölzernen Steg. 

In perlendem spiegelnden Bild, 

liegt die Natur zerbrechlich in ihrem Sein,

taganbrechende Schönheit,

Vollkommen, wild und kristallen rein.

© Dominique Dethier

Mein Weltenlauf verdunkelt sich

 

Wolken drängen sich am Himmel,

Düster wird der Weltenlauf.

 

In sich kräuselnden Wellenkronen,

Galoppiert wild und frei ein weißer Schimmel.

Vor meinem Horizont stehen steile Gebirge,

Unbezwingbar, komme keinen Schritt

Weiter hinauf.

Wüsten liegen endlos still,

Einsam und fast tot.

Aufwirbelnder Staub umschließt

Die verlorenen Träume,

Trägt sie ins Universum,

Wo sie verglühen.

Vergangen die Tage des sehnlichsten Glück,

Alle Hoffnungen liegen begraben,

Die Wünsche sind unwiederrufbar verloren,

Kommen nie mehr zurück.

 

Tränen fallen aus den sich drängenden Wolken

- Unstillbar, unaufhörlich, zerbrochen -

Der Weltenlauf ist dunkel und leer geworden.

© Dominique Dethier

Veröffentlicht im „Jahrbuch Frankfurter Bibliothek für das Neue Gedicht 2011“ der Brentano-Gesellschaft Frankfurt/Main

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© Dominique Dethier